Artikel Navigation

Abflugbereit - Der Weg zur├╝ck ins Cockpit

 

 

 


Der Weg zurück ins Cockpit


 

Einweisung auf der C42 D-MOBM in EDLB

Einweisung auf der C42 D-MOBM

 


Eine kleine Zeitreise


 

Es muss so ca. 2003 gewesen sein (also 11 Jahre nach dem Beginn meiner "Pilotenkarriere"), als ich meinen letzten Flug als verantwortlicher Luftfahrzeugführer in Borkenberge/EDLB absolviert habe. Von diversen Dienst- oder Privatreisen abgesehen, war es das auch mit der Großfliegerei. Alles, was mit dieser schönen Art der Fortbewegung zu tun hatte, rutschte Jahr für Jahr weiter nach hinten in der Asservatenkammer.

Irgendwann sprach ich mal wieder mit Erwin. Erwin heißt eigentlich Christoph, aber das nur am Rande. Er jedenfalls fragte mich so ganz nebenbei, ob ich denn meine Lizenzen schon auf JAR-FCL umgestellt hätte?! JAR ... -watt? Bahnhof? Nun war von meinen diversen Lizenzen eh nicht mehr viel übrig; zumindest den PPL-C aber wollte ich dann doch behalten. Wer weiß, vielleicht später mal wieder ...

 

Um es kurz zu machen: Beim RP Münster angerufen (sehr netter Mensch dort!), die Bedingungen abgeklärt, Termin beim Fliegerarzt wahrgenommen, und keine 3 Wochen später hielt ich sie in der Hand - die GPL nach JAR-FCL. Kurz gefreut, und kurz danach verschwand sie zusammen mit BZF-II, der alten PPL und Flugbuch wieder in der Asservatenkammer - gilt die GPL doch jetzt für immer, also gibt es keinen Grund zur Eile.

Die GPL - Glider Pilot Licence nach ICAO

Die GPL - Glider Pilot Licence nach ICAO

 

 


Unverhofft kommt oft


 

"Immer" ist in der heutigen Zeit durchaus relativ. In diesem Fall bedeutete "Immer" knapp 4 Jahre. Anfang 2015 nämlich telefonierte ich mit Helge. Helge ist Busfahrer. Mit ATPL. Also zu Deutsch Verkehrspilot (*verneig*). Man ahnt den Inhalt des Gespräches: "Sach ma, hast Du eigentlich Deine GPL schon umgeschrieben? Die verfällt ansonsten in ein paar Tagen."

PANIK! Wie jetzt, schon wieder? Ich dachte, die gilt für immer, dachte ich?

Noch am selben Abend die Formulare ausgefüllt (das Medical war ja zum Glück 5 Jahre gültig) und alles ans RP Münster geschickt. Was folgte, war banges Hoffen, ob es noch zum Stichtag reichen würde?!

 

Um es kurz zu machen: Es hat gereicht! 3 Tage vor Ablauf der Umschreibefrist lag meine nagelneue und (mal wieder) unbefristet gültige SPL im Briefkasten. Ein ganz großes Dankeschön an das Münsteraner RP!

 

Kurz gefreut, und dann verschwand - "Sag mal, und was machst Du jetzt mit dem Zettel?" fiel meine Frau mir da plötzlich in die Gedankenwelt. Ähm?! Wie jetzt? Immer dieses Abweichen von der Norm?! "Naja, also Freuen, Wegpacken - für später. Vielleicht. Irgendwann. Und zwischendurch von alten Zeiten sprechen. So in etwa."

Mit dieser Antwort war mein holdes Weib aber nun nicht zufrieden. Letzten Endes landeten wir eine Woche später nicht nur in Borkenberge, sondern mit meinem zuküftigen Fluglehrer (Jochen Petermann von der gleichnamigen Flugschule in einer Cessna 172. Nach Durchsicht meines Flugbuches durfte ich dann auch die meiste Zeit das Steuer übernehmen - erstaunlicherweise ging das sogar noch; zumindest wären wir nicht sofort abgestürzt, wäre etwas mit dem Piloten passiert.

C172 D-EOQE nach unserem Flug in EDLB

C172 D-EOQE nach unserem Flug in EDLB

 

 


Die Entscheidung


 

Naaaa toll! Da war es also wieder, dieses unglaubliche Gefühl, ein Flugzeug zu fliegen, die Welt von oben zu sehen - Freiheit! Und jetzt?

Mit Jochen wurden im Anschluss an den Flug die Optionen durchgesprochen. SPL/UL? LAPL? Gar den PPL-A? Es folgte eine Woche der Überlegungen, und letztendlich entschied ich mich ganz knapp gegen den LAPL und für die SPL.

Die Vor- und Nachteile einer jeden Lizenz haben andere Leute schon zur Genüge schöngefä- äh, willsagen, erörtert. Da ich vor vielen Jahren schon mal eine PPL erworben habe, war ich mir sicher, das auch dieses Mal schaffen zu können. Auch das Mehr an Flugstunden ansich waren nicht ausschlaggebend. Letzten Endes war es schlicht die einfachste, schnellste (nun ja) und kostengüstigste Lösung.

 

Was nicht ganz so planmäßig lief, war die Entscheidung des DAeC, mir zwar keine komplette theoretische Prüfung, wohl aber alle Flugstunden, die auch ein Fußgänger absolvieren müsste, aufzubrummen.

 

Liebe Verantwortlichen beim DAeC, ganz ehrlich und unter uns gesprochen: Das ist in dieser Reihenfolge absoluter Quatsch! Fliegen ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht; man ist höchstens etwas wackelig. Klar, Übung schadet nach langer Abstinenz ganz sicher nicht. Einen Menschen mit mehreren hundert Flugstunden auf verschiedenen Flugzeugtypen aber wie einen Anfänger einzustufen, ist hingegen eindeutig übers Ziel hinausgeschossen.

Gut für mich, allerdings in diesem Zusammenhang völlig unverständlich ist die Entscheidung, nach dieser langen Zeit keine komplette Theorie zu verlangen! Ganz ehrlich: Ich wusste überhaupt nix mehr und musste/muss mir die teils geänderten Lufträme, Verfahren, Begrifflichkeiten etc. erst mühsam wieder anlesen. Hier bedarf es meiner Meinung nach ganz klar einer weniger "Schema F" folgenden denn individuellen Analyse der Notwendigkeiten.

 

 


Wieder Flugschüler - nach 22 Jahren Flugschein


 

Im Mai 2015 ging es dann los. Jochen an meiner rechten Seite erklärte mir die wesentlichen Dinge und dann folgte der erste spannende Moment - Funken! Ach Du liebes Lieschen, wie war das noch mal? Da ist das BZF gerade mal 23 Jahre her, und - schwups - hat man alles vergessen?!

  • Fluglehrer: "Na los, Mut zur Lücke!"
  • Ich: "Ja, ähm, Borkenberge Info, Delta-Mike-Oscar-Bravo-Mike"
  • EDLB: "Delta-Bravo-Mike, Borkenberge"
  • "Bravo-Mike, ähm, C42?, zwei Personen VF - muss ich das sagen?, wir, puh, rollen dann hier mal etwas in der Gegend rum."
  • Delta-Bravo-Mike, dann rollt ihr mal, Wind zwo-sieben-null mit 5, und rollt niemanden um."
  • "Mike-Bra- äh Bravo-Mike verstanden, Wind ..."
  • Fluglehrer: Das Delta sagen wir beim nächsten Mal mit dazu, Wind wird nicht zurückgelesen, aber sonst doch gar nicht soooo verkehrt?!"

 

Der Mann kann lügen ... Nach etwas Rollen dann geht es Richtung Rollhalt 25. Funkspruch - Qualität siehe oben - Fliegergebet: Bin fest angeschnallt, sitze bequem, Haube- nein, Türen hei├čt das hier - verriegelt, Klappen in Startstellung, Trimmung eingestellt, Motorcheck, Temperaturcheck, Spritpumpe ein, Luftraum frei, Piste frei, Wind usw., dann rolle ich nach der soufflierten Meldung "Delta-Bravo-Mike abflugbereit Piste zwo-fünnef und rollt auf!" auf die Bahn, richte das Moped nochmal aus und schiebe das Gas rein. Nicht zu steil steigen am Anfang, der Quirl da vorne kann ja auch mal schlechte Laune haben. In 500 Fu├č (nicht Meter; noch mehr Umdenken) dann rein mit den Brettern. 1200 Fü├če, eindrehen in die Platzrunde, Gas zurück, austrimmen, durchatmen. Ich fliege wieder!

Wir suchen uns ein freies Plätzchen au├čerhalb der Platzrunde und spulen das Standardprogramm ab: Vollkreise mit wechselnder Schräglage. Dann mit wechselnder Geschwindigkeit. Dann beides. Dann Langsamflug. Jetzt noch ein simulierter Motorausfall. Unvorbereitet Gas ganz raus, Wiese suchen, Windrichtung, Landechecks. Der Segelflieger in mir schielt mit einem Auge zu den prächtigen cu über uns und gleichzeitig auf das Vario, und als wir 5 Minuten später höher sind als vorher, bricht Jochen die Übung für heute lachend mit den Worten "Boah, schei├č Segelflieger" ab und wir fliegen nach Hause, um noch etwas Starten und Landen zu üben. Für die erste Stunde war das gar nicht ganz verkehrt, und der Ausbildungsnachweis erhält eine ganze Ladung Unterschriften.

 

 


Endlich allein!


 

In der nächsten Stunde üben wir Landungen. Und Starts. Und Starts und Landungen. Und Landungen mit Durchstarten. Und die dazugehörigen Notfallverfahren. Quirl, schlechte Laune, mieser Gleitwinkel und so. Am gleichen Tag, schon wieder zuhause, klingelt das Telefon. Jochen ist dran. "Du, ich hätte heute Abend einen zweiten Fluglehrer hier, mit dem Du die Überprüfung zum Alleinflug machen könntest. Hättest Du wohl Zeit?". War das eine ernstgemeinte Frage? Manchmal ist er schon komisch ... ;).

Die Chemie im Cockpit ist nicht nur bei den Gro├čen wichtig, auch in einem Flugzeug Marke motorisierter Gartenstuhl sollte das passen. Es passt. Der für mich neue Fluglehrer ist soweit zufrieden, und ich erhalte die Freigabe zum Alleinflug.

 

Flugstunde Nr. 3. Jochen setzt sich rein und sagt "Ich bin nur Passagier, mach Du mal". Ok. Anlassen, Startvorbereitung, Funken - naja. Platzrunde eins. Platzrunde zwei. Platzrunde drei. Das Intercom knarzt und Jochens Stimme erklingt: "Nicht durchstarten, bitte roll' mal Richtung Turm". Ups, was habe ich denn jetzt wieder verbrochen? Vielleicht .... Nee, oder?


Motor aus, Parkbremse fest, Türe auf. Jochen steigt mit den Worten "Jetzt machste das alles nochmal genauso ohne mich. Ich bin am Funk, wenn was ist." aus der C42 aus. Tür zu. Ruhe. Was übrigens auch daran liegt, dass er mir sein aktives Headset überlässt. Doofmann. Willichauchhaben! Startcheck, Motor an, zur Bahn rollen. Startmeldung, aufrollen, ausrichten. Gas zügig nach vorne, Richtung halten, Fläche etwas in den Wind. Wow, solo steigt die C42 wie ein Drachen! Querabflug, Gas raus, austrimmen. Ich fliege! Alleine! Nach 13 Jahren habe ich endlich wieder meinen A...sch alleine in der Luft!

 

Drei Platzrunden absolviere ich, bevor ich mit der Bravo-Mike zurückrolle. Wieder Ruhe, jetzt sogar ohne aktives Headset. Gedanken an meinen wirklichen Ersten Alleinflug anno 1992 kommen auf. Welches Hobby fesselt einen sonst noch vergleichbar ├╝ber mehrere Jahrzehnte hinweg?

 


Theorieprüfung


 

 

Logo SPL-Trainer

So ganz ohne wollte mich der DAeC dann doch nicht wieder ins Cockpit steigen lassen, und so musste ich neben dem Selbststudium auch noch in den Fächern "Verhalten in besonderen Fällen", "Motorkunde" und "Pyrotechnik" eine theoretische Prüfung ablegen. Mithilfe der App SPL Trainer und dem offiziellen Fragenkatalog war das aber das kleinste Problem, und bereits zwei Wochen später konnte ich die Prüfung erfolgreich mit 0 Fehlern absolvieren.

 

Das wiederum bedeutete, dass ich nun mit Flugauftrag ganz offiziell auf anderen Plätzen landen durfte! Vorher aber wollte ich für mich erstmal wieder etwas Routine bekommen. Zudem mussten, um dem DAeC gerecht zu werden, jede Menge Platzrunden geschrubbt werden. Na denn, Delta-Bravo-Mike abflugbereit ...

 

 


Übungsflüge


 

Wir schreiben mittlerweile Dezember 2015. Der Frühling ist da! Oder so ähnlich?! Na egal, jedenfalls ist die schöne Zeit des freien Rumdümpelns vorbei, denn heute steht Jochen mit einem hochoffiziellen Flugauftrag vor mir: "Einmal Dinslaken EDLD mit Zwischenlandung und wieder zur├╝ck. Flugplanung, Sprit, Weight&Balance, bitte!" Jawoll! Wird erledigt! Nein, so militärisch ging es niemals zu, alles zwar mit der gebotenen Ernsthaftigkeit, aber doch entspannt. Ok, es sei denn, bei einem Flug durch ein Regengebiet dringt durch eine falsch sitzende Gummimuffe in der Scheibe Regen ein und tropft auf des Fluglehrers Hose, sobald die Kugel mal nicht 100% in der Mitte steht. Natürlich würde ich das niemals nicht ausnutzen - ich doch nicht! So erntete denn die Bravo-Mike auch den Namen "Brasilianisches Regenwaldmoped" und der Fluglehrer mit der nassen Hose so manchen doofen Spruch ;) .

Dieser Flug nach Dinslaken wird übrigens der letzte auf der Bravo-Mike sein. Sie wird zukünftig ein etwas ruhigeres Leben nach all der Charterei und Schulerei haben und wieder privat für Freude sorgen. Ich hingegen durfte mich auf die im Gegensatz zur B-M geradezu neuwertige D-MWEM freuen, mit der ich höchstoffiziell den ersten Schulungsflug absolvierte.

 

Wowarich? Ach ja, Flugvorbereitung. Dazu bedarf es ein paar Utensilien, die der Segelflieger nicht unbedingt zuhause hat. Genauer gesagt hatte ich außer Nav-Dreieck und aktueller ICAO-Karte gar nix. Spritrechnung beim KTW-Segler war immer einfach: Wenn's leise wird, ist der Sprit alle. Für den Rest gibt es diese weißen Wattebäuschchen am Himmel ...

So musste ich denn erstmal in ein wenig Besteck investieren, und wo ich schon mal dabei war, fiel mir auch gleich ein aktives Headset in den Warenkorb. Dezember, Weihnachtsgeschenk und so. Es wurde ein Bose A20. Ja, es ist schweinebackenteuer, aber ich habe es bisher keine Minute bereut und möchte nie wieder ohne sein. Aber dazu werde ich noch gesondert etwas zu Papier willsagen Monitor bringen.

 

Den Rest der Komponenten in Form von Stephan Navimat (reicht völlig, den auf dem Bild zu sehenden Jeppesen-Rechner verwende ich so gut wie nie) erwarb ich bei Siebert Luftfahrtbedarf in Münster.

 

In Sachen Navigationshilfe ist die gute, alte ICAO-Karte natürlich das Maß der Dinge. In der heutigen Zeit aber bietet die Technik doch etwas mehr, und so installierte ich auf einem ausgedienten Samsung Galaxy Tab 2.0 noch VFR-Nav und steckte die Kombination in ein Pilot-Kniebrett, ebenfalls erworben bei Siebert. Kann mir bei der Gelegenheit eigentlich mal jemand erklären, warum die gesamte Pilotenperipherie nur passend für Apfelprodukte lieferbar ist? Ich selbst muss so ein "topaktuelles" Ding als Firmenhandy mit mir rumschleppen - und hasse es. Ich kann den Hype um diesen inkompatiblen Krempel nicht ansatzweise nachvollziehen. Wowarich? Mittlerweile schiele ich zwar auch immer wieder über den Tellerrand in Richtung anderer Softwareprodukte, die z.B. eine Luftraumwarnung enthalten oder NOTAM direkt anzeigen können, aber für meine momentane Fliegerei ist VFR-NAV mehr als ausreichend. Kleiner Tip: Im UL-Forum gibt es eine Datei, die auch die Platzrunden samt Details enthält. Sehr zu empfehlen!

 

Mensch, eigentlich wollte ich doch was über die anstehenden Navigationsflüge erzählt haben! Ok, jetzt aber ganz fix:

  • Stadtlohn EDLS
  • Porta Westfalica EDVY
  • Dinslaken Schwarze Heide EDLD (mein alter Flugplatz, quasi ein Heimspiel)
  • Soest/Bad Sassendorf EDLZ
  • Kamp Lintfort EDLC

habe ich während der Ausbildungszeit besucht. Manche davon mehrfach, teils mit, teils ohne Fluglehrer, und es werden noch einige Folgen. Übung macht schließlich den Meister.

Navigationsbesteck

 

Bose A20 Headset beim Auspacken Flugplanung modern Flugplanung althergebracht
Bose A20 Headset beim Auspacken Flugplanung modern Flugplanung althergebracht
D-MWEM an der Porta Mit der E-M Soest / Bad Sassendorf Mit der EM in Kamp-Lintfort
D-MWEM an der Porta (sehr leckerer Kuchen!) Mit der E-M Soest / Bad Sassendorf Mit der EM in Kamp-Lintfort
Über dem Möhnesee Andere Blickrichtung Herbstimpressionen
Über dem Möhnesee Andere Blickrichtung Herbstimpressionen

 

 


Endlich wieder aktiv!


 

Ende Juli 2016 war mein Ausbildungsnachweis randvoll mit Unterschriften gespickt. Was noch fehlte war: Die praktische Prüfung! So gar nicht geplant klingelte eines Freitags meine mobile Kommunikationseinheit. Durch einen dichten Nebel nahm ich lediglich die Worte "Prüfung" und "morgen" wahr. Wie jetzt? Morgen schon? So plötzlich? Ich schrieb es an anderer Stelle bereits: PANIK!

Es half nichts, am Samstag, den 6.8.2016, fand meine praktische Prüfung statt. War ich nervös? Ahwatt, ich doch nicht! Ja, das war gelogen! Mein Prüfer Alfred Stürz nahm mir allerdings schnell die Nervosität, und wir verlebten eine zwar fordernde, aber spannende und gleichermaßen lehrreiche Stunde an Bord der Echo-Mike.

Krönender Abschluss des Prüfungsfluges war dann schließlich die finale Ziellandung. Ich melde mich in 2200ft über dem Platz. Alfred sitzt entspannt neben mir, schaut mich an und sagt: "Du bist doch der Segelflieger?". Bevor ich etwas erwidern konnte, war schon das Gas ganz unten und die beiden Schalter der Zündmagnete klackten nacheinander in die Aus-Stellung. Ruhe. So richtig Ruhe. Zumindest Äßerlich. Über Intercom höre ich ein fröhliches "So, Motor ist aus, melde mal eine Notlandeübung mit stehendem Motor". Hatte ich das mit der Panik schon irgendwo geschrieben? Aber auch das war unbegründet, denn ich setze die Echo-Mike nach einem fulminanten Extrem-Slip (man glaubt nicht, was die C42 wirklich kann, bis es einem mal jemand zeigt - auch, wenn's beim Prüfungsflug ist) genau auf die Schwelle der Zwo-F├╝nnef. Noch im Rollen höre ich das "Herzlichen Glückwunsch, bestanden!" neben mir. Motor wieder an, Zurückrollen, Flugzeug abstellen, Durchatmen. Geschafft!

 

Es folgte der übliche Papierkrieg und im Anschluss daran die Wartezeit auf die neue "Pappe". Am 31.08.2016 endlich lag der Umschlag vom DAeC im Kasten - meine SPL war da! Keine 30 Minuten später watschelte ich mit allen Utensilien über das Vorfeld zur dort wartenden D-MWEM, um mit ihr meinen ersten Flug als aktiver Scheininhaber durchzuführen ...

 

Ohne allzu pathetisch klingen zu wollen, möchte ich der Flugschule Jochen Petermann und sämtlichen Fluglehrern, Prüfern und sonstwie beteiligten Personen vor und hinter den Kulissen an dieser Stelle meinen Dank aussprechen. Wäre das alles nicht so zwanglos und mit viel Spaß abgelaufen, hätte ich die Kurve vermutlich nicht so einfach wieder bekommen!

Endlich ist die SPL da

 

 


Ein Blick in die Zukunft


 

Mit der C42 D-MWEM nahe Coesfeld

Als PPLer wurde mir die Passagierflugberechtigung gleich mit erteilt, und so konnte ich meiner Holden mittlerweile auch die Welt von oben zeigen. Stück für Stück werden wir unseren Radius erweitern. Unser erklärtes Ziel ist das Reisen per Flugzeug. Zwangsläufig wird hier früher oder später auch der Gedanke an ein eigenes Flugzeug aufkeimen. Ok, ehrlich gesagt ist er schon da. Aber auch dazu werde ich an anderer Stelle etwas zum Besten geben. Vorab aber möchte mein holdes Eheweib den Pinch-Hitter erwerben und ich mein BZF-II durch ein BZF-I samt LP ergänzen. Oder doch gleich noch einen LAPL hinten dranhängen ...?

 

 

 

Seitenaufbau in 0.02 Sekunden
3,211,569 eindeutige Besuche